Findet der Wohn- und Kulturort für frauenliebende Frauen auf der Schöneberger Linse ein Zuhause?

Ich verfolge die Ideen und Pläne des Projektes „Mietwohnungsneubau einer neugegründeten gemeinnützigen GmbH für frauenliebende Frauen (nicht nur) im Alter mit einer Pflege-WG“ bereits seit 2007 - und es würde mich sehr freuen, wenn dieses RuT-FrauenKultur&Wohnen- Projekt auf der Schöneberger Linse ein Zuhause, sprich ein Grundstück, findet. Ich sage auf jeden Fall meine Unterstützung zu. Es wird schließlich Zeit, dass wir in Berlin ein solches Wohnprojekt bekommen - für männerliebende Männer existiert ein solches bereits seit längerem.

Ein inklusives Frauenwohnprojekt - selbstbestimmt und diskriminierungsfrei

Am 10. März 2017 informierte Jutta Brambach, Geschäftsführerin von "RuT - Rad und Tat", Treffpunkt, Beratungs- und Veranstaltungsort für frauenliebende Frauen, über den Stand des Bewerbungsverfahrens auf dem Grundstück der Schöneberger Linse. Das Grundstück nahe dem S-Bahnhof Südkreuz wurde in einem mehrstufigen Konzeptverfahren ausgeschrieben. Derzeit konkurrieren acht Bewerber*innen um den Zuschlag. Die Entscheidung darüber soll Ende 2017 gefällt werden. 

Die Parzelle auf der Schöneberger Linse wäre ideal. „Wir planen 80 barrierefreie Wohnungen inklusive zweier Pflege-WGs“, erläutert Jutta Brambach. Hier könnte gemeinschaftliches Wohnen für vor allem frauenliebenden Frauen jeden Alters ermöglicht werden. 50 der rund 80 geplanten Wohnungen sollen ausschließlich für (lesbische) Frauen zur Verfügung stehen; zudem sind 6 Gästewohnungen (davon zwei für Lesben aus Kriegsgebieten) sowie Gemeinschaftsräume geplant; die restlichen  Wohnungen stehen unter dem Motto "bunte Vielfalt", so dass auch andere Queere wie Transgender, Transsexuelle oder Intersexuelle an diesem Wohnprojekt teilnehmen können. Das sechsstöckige barrierefreie Haus mit ambulanter Versorgung im Falle der Pflegebedürftigkeit soll 2 Pflege-WGs umfassen: eine für Schwerstbedürftige, eine weitere für überwiegend junge Frauen mit Behinderung. Der Pflegedienst Curadomo wird mit seiner Kompetenz im kultursensiblen Umgang auf die Bedürfnisse und Pflege der Bewohner*innen eingehen. Curadomo ist auch schon im "Lebensort Vielfalt" tätig. Damit wäre gewährleistet, dass Mieterinnen auch im Pflegefall in der vertrauten Umgebung bleiben können.

Die geplanten Wohnungen sollen bezahlbar sein: über 50% der Wohnungen sollen Sozialwohnungen mit WBS sein, daneben soll es aber auch einzelne größere Wohnungen geben, die etwas teurer sind. Das Projekt verfolgt ein klimafreundliches und umweltschonendes Energiekonzept. Hierzu gehören auch zwei Elektro-Autos, die den BewohnerInnen zur Verfügung stehen sollen sowie E-Fahrräder mit zugehörigen Aufladestationen vor Ort.

Mich begeistert der Enthusiasmus und die Kompetenz des engagierten Teams aus dem gemeinnützigen Beratungs- und Kulturzentrum "RuT - Rad und Tat e.V.", mit dem sie die Idee, frauenliebenden Frauen einen Wohnort zur Verfügung zu stellen, in dem sie mit anderen Lesben in einem Haus wohnen und leben können, vorantreiben. Frauenliebende Frauen sollen diskriminierungsfrei und offen zu ihrer Lebensweise stehen können. Bisher beteiligen sich 60 bis 70 meist ältere Frauen aktiv an den Plänen eines Wohn-und Kulturortes innerhalb Berlins für ein würde- und lustvolles Altern.

Spenden für ein einzigartiges Projekt

Für den geplanten Bau und die Realisierung des Projektes wird jede Unterstützung für die Sichtbarkeit und Wertschätzung von Lesben gebraucht - und auch jede Spende. Eine der Realisierungsschwierigkeit ist, dass viele der Frauen kaum Vermögen, sondern nur eine geringe Rente haben. Auch für diese „finanziellen Herausforderungen“ sind noch Lösungen zu finden. Das Projekt hat den größten Teil der Gesamtkosten bereits sicher abgedeckt - dennoch fehlt noch immer eine beträchtliche Summe. Jede Spende unterstützt die Bewerbung um das Grundstück in Schöneberg und hilft gleichzeitig dabei mit, die Wohnungen bezahlbar zu halten.

Ich bitte Sie daher, für dieses großartige Konzept zu spenden - jede Spende zählt und ist zugleich ein Signal der Wertschätzung von Frauen/Lesben. Ausführliche Informationen sowohl zum Projekt, als auch über mögliche Formen der Unterstützung und zum Spenden finden Sie hier.

Machen wir dieses einzigartige Projekt möglich - Ich danke allen Verantwortlichen, v.a. der Leiterin des Projektes, Frau Jutta Brambach, für ihr unermüdliches Engagement und hoffe, dass sich dieses tolle Projekt am Ende, auch dank tatkräftiger Unterstützung von außerhalb, gegen die anderen BewerberInnen durchsetzen kann.

Über RuT - FrauenKultur&Wohnen

Seit 1989 besteht das gemeinnützige Beratungs- und Kulturzentrum RuT-Rad und Tat – Offene Initiative lesbischer Frauen. Unter ihrem Dach ist RuT-FrauenKultur&Wohnen mit dem Ziel entstanden, diskriminierungsfreies und generationenübergreifendes Wohnen und Leben für Lesben sowie Frauen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen.

Das Wohnprojekt ist auf Grundlage der langjährigen Erfahrungen des RuT konzipiert und stellt eine qualitative und - räumlich gesehen auch quantitative - Weiterentwicklung dieser Arbeit dar: Das geplante Zentrum wird mit deutlich erweiterten Möglichkeiten ausgestattet sein. Der innovative Ansatz des Projektes ist die konzeptionelle und räumliche Verbindung zwischen soziokulturellen Angeboten des Zentrums und Hilfsangeboten für besondere Zielgruppen.

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X-InfoVeranst RuT 10-3-2017.pdf2.6 MB