Vietnamesisches Mondfest im Friedenauer Kinder- und Jugendzentrum Burg

Zusammen mit dem Verein Danke Deutschland e.V., einem Verein zur generationsübergreifenden interkulturellen Familienarbeit, konnte ich als Schirmfrau an diesem 24. September das Vietnamesische Mondfest im Friedenauer Kinder- und Jugendzentrum Burg freudvoll begehen. Wie schon in den Jahren zuvor war das Fest mit seinen vielen bunten Laternen und den kunstvollen Drachentänzen ein Erlebnis- und Augenschmaus. Und wieder wurden die zahlreichen Gäste reichhaltig bewirtet. Natürlich fehlte auch der traditionelle Mondkuchen mit seinen verschiedenen süßen oder salzigen Füllungen nicht. Ich danke den vielen Ehrenamtlichen für ihr großes Engagement. Ohne dieses wäre es nicht möglich gewesen, das Fest zu begehen. Herzlichen Dank.

"Miteinander Leben in Gesundheit"

Das Tết Trung Thu für Kinder und Erwachsene fand in diesem Jahr unter dem Motto „Hilfe für Flüchtlinge! Förderung der Öffnungskultur“ statt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf „Miteinander Leben in Gesundheit" - das schöne Feiern war also nicht der alleinige Grund für unser Zusammenkommen.

Nach meiner einführenden Rede zur Eröffnung des Gesundheitsworkshops ging es gleich zur Sache. An dem Workshop nahmen neben den Vereinsmitgliedern und geflüchteten Menschen auch zahlreiche interessierte ÄrztInnen und PsychologInnen teil.

Psychische Gesundheit der vietnamesischen MigrantInnen in Deutschland

Frau Dr. med. Thi Minh Tam Ta, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Charité Centrum Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, referierte zum Thema „Psychische Gesundheit der vietnamesischen MigrantInnen in Deutschland“. Die vietnamesische Migration nach Deutschland ist durch dieGeschichte derTeilung und Wiedervereinigung von Vietnam (1976) und Deutschland (1989) geprägt. Es gibt die sogenannten Boatpeople, gemeint sind die in der Folge des Vietnamkrieges in Südostasien geflohenen Menschen, zumeist vietnamesischer Herkunft, die VertragsarbeiterInnen, Menschen, die als ausländische Arbeitskräfte und Auszubildende in der DDR tätig waren, und diejenigen, die nach der Wende zumeist aus Armutsgründen gekommen sind. Zusätzlich leben auch Erwachsene, Jugendliche und Kinder der 2. Und 3. Generation in Deutschland. In Deutschland leben knapp 90.000, in Berlin rund 22.000 Menschen mit vietnamesischem Migrationshintergrund. Sie stellen hier die siebtgrößte MigrantInnenpopulation dar, wobei über 50% der vietnamesischen MigrantInnen in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf leben. In der Geschichte der vietnamesischen Migration spielen unterschiedliche Herkunftsbedingungen (südvietnamesische Flüchtlinge; nordvietnamesische Vertragsarbeiter, Neuzuwanderung in bestehende Netzwerke) und Ankunftsbedingungen eine entscheidende Rolle.

Debattiert wurde über Depression und Angsterkrankungen und über die Ressourcen, die mensch hat bzw. entwickeln muss, um in einer neuen Kultur „funktionieren“ zu können. Aus gemachten Erfahrungen und daraus resultierenden Erkenntnissen können Rückschlüsse gezogen werden, unter welchen Bedingungen eine Integration „aus einer Hand“ gemeinsam in einer aufnehmenden Willkommen heißenden Gesellschaft gelingen kann. Auch hier wurde erneut deutlich: Sprache ist das A und 0, Sprache ist Kommunikation, Sprachfähigkeit entscheidet auch darüber, ob jemand sich mächtig oder ohnmächtig in seiner Umgebung fühlt, ob Selbstbestimmung und Teilhabe auch für ihn oder sie gilt.

 

 

 

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