Solidarität mit LGBTI PRIDE Istanbul

Und wieder ist die Polizei mit Tränengas gegen die TeilnehmerInnen der Abschlusskundgebung zur „Pride Week“ auf der zentralen Einkaufsmeile Istiklal Caddesi in Istanbul vorgegangen. Es kam zu 19 Festnahmen. In den Seitenstraßen wurden Sicherheitskräfte mit Gasmasken zusammengezogen. Der Gouverneur von Istanbul hatte die traditionellen Paraden am Anfang und Ende der „Pride Week“ unter Berufung auf Sicherheitsbedenken verboten. Nachdem die „Pride Week“ 10 Jahre lang erlaubt war, ist sie seit 2015 verboten.

Meine Solidarität habe ich mehrmals zum Ausdruck gebracht:

"Berlin zeigt Solidarität mit LGBTI PRIDE Istanbul" vor der Türkischen Botschaft

2009 und 2013 bin ich selber auf der TransPride in Istanbul gewesen und habe mich gefreut, dass nicht nur Mitglieder der LGBTI-Community sondern auch viele UnterstützerInnen für die Rechte der lesbischen, schwulen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen auf die Straße gegangen.

Ich bin froh, dass vor der Türkischen Botschaft am 26. Juni 2016 die Kundgebung „Berlin zeigt Solidarität mit LGBTI PRIDE Istanbul" organisiert wurde. Diese verlief friedlich, die PolizistInnen hörten den RednerInnen ebenfalls mit Interesse zu. Yasmine und Christian vom LSVD haben am 19. Juni an der Auftaktkundgebung des Trans Pride Istanbul teilgenommen. Sie schilderten anschaulich die dortige größtenteils aggressive Stimmung.

Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Mitte, erinnerte daran, dass Istanbul und Berlin seit dem 17. November 1989 eine Städtepartnerschaft miteinander haben. Er verwies auf die Zerrissenheit in der Türkei, verwies darauf, dass viele BürgerInnen mittlerweile Angst hätten, ihre Meinung zu äußern. In vielen Städten, nicht nur in Istanbul, gäbe es Demonstrierende gegen den zunehmend autokratischen Politikstil, eine Bewegung, die den meisten als sogenannte „Gezi-Bewegung“ bekannt ist.

Die Teilnehmenden betonten, dass nach der gemeinsamen Trauerfeier für die Ermordeten Mitglieder der LGBTI-Community in Orlando am vergangenen Samstag, Aktionen wie diese auch Mut machen. Sie zeigen, dass der Kampf für die LGBTI-Rechte ein weltweiter Kampf ist. Wahrgenommen werde damit auch: „Demokratie ist kein Konsumgut, sondern muss von uns wahrgenommen und ausgefüllt werden“.

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